Neben den Baustoffen des Gebäudes gibt es auch andere Elemente, die die Wärmeübertragung beeinflussen können. Dazu gehören Fenster, Türen und andere Öffnungen sowie Wärmebrücken wie Balkone, Vordächer oder Dachüberstände.
Bei der Berechnung der Heizlast müssen diese Elemente berücksichtigt werden. Hierzu wird der sogenannte „U-Wert“ verwendet, der angibt, wie viel Wärme durch ein bestimmtes Bauteil pro Quadratmeter und Stunde verloren geht. Je höher der U-Wert, desto schlechter ist die Wärmedämmung des Bauteils.
Zusätzlich zu den U-Werten der einzelnen Bauteile müssen auch die Größe und die Anzahl der Fenster und Türen sowie die Art der Verglasung berücksichtigt werden. Hierbei wird zwischen einfach- und doppelverglasten Fenstern sowie speziellen Wärmeschutzverglasungen unterschieden.
Die Wärmebrücken werden ebenfalls mit einem U-Wert bewertet, der angibt, wie viel Wärme an diesen Stellen verloren geht. In der Praxis ist es jedoch schwierig, den genauen U-Wert einer Wärmebrücke zu ermitteln, da dieser von vielen Faktoren abhängt. Daher wird oft ein pauschaler Wert verwendet, der auf Erfahrungswerten basiert.
Berücksichtigung der Luftwechselrate
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Berechnung der Heizlast ist die Luftwechselrate. Diese gibt an, wie oft pro Stunde die Luft im Gebäude ausgetauscht wird. Eine höhere Luftwechselrate führt zu einem höheren Wärmeverlust, da die warme Luft durch kalte Luft von außen ersetzt wird.
Die Luftwechselrate hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. der Art der Belüftung, der Größe des Gebäudes und der Anzahl der Personen, die sich darin aufhalten. In der Regel wird die Luftwechselrate zwischen 0,5 und 1,5 pro Stunde angenommen.
Zusammenfassung und Berechnung der Heizlast
Nachdem alle relevanten Faktoren berücksichtigt wurden, können die Einzelwerte zu einer Gesamt-Heizlast zusammengefasst werden. Diese gibt an, wie viel Wärmeleistung benötigt wird, um das Gebäude bei den gewünschten Innentemperaturen und unter Berücksichtigung der äußeren Bedingungen warm zu halten.
Die Berechnung der Heizlast ist jedoch nur ein erster Schritt bei der Planung einer Heizungsanlage. In der Praxis müssen auch die Leistung der Wärmeerzeuger, die Auslegung der Heizkörper und die Leitungsdimensionierung berücksichtigt werden. Hierzu gibt es spezielle Software-Tools, die eine detaillierte Auslegung der Anlage ermöglichen.